Der Harzer Klosterwanderweg war das Ziel der diesjährigen vom Kneipp-Verein Obernkirchen e. V. koordinierten Wanderreise.
Die zehnköpfige Wandergruppe erlebte auf der fünftägigen Reise nicht nur die wunderschöne Natur des Harzes, sondern kam auch kulturell auf ihre Kosten.
Schon am Tag der Anreise wartete in Wernigerode ein Stadtführer auf die Teilnehmenden, der die Gruppe durch die Altstadt mit ihren beeindruckenden Fachwerkhäusern vorbei am mittelalterlichen Rathaus, dem “Schiefen Haus” und durch die „Demutsgasse“ führte.
Da das Gepäck von Hotel zu Hotel transportiert wurde, ging es jeden Tag mit nur leichtem Rucksack auf die drei geplanten Wandertouren. Die erste etwa 15 km lange Etappe führte von Wernigerode über den Austberg zum Kloster Michaelstein, einem ehemaligen Zisterzienserkloster. Einen großen Eisbecher für alle – spendiert von Uwe -, frisch geräucherte Forellen zum Abendessen und eine Übernachtung in den alten, ruhigen Klostergemäuern ließen die Strapazen des ersten Tages schnell vergessen.
Die zweite Etappe vom Kloster Michaelstein nach Thale forderte Kondition und Koordination: Schloss Blankenburg mit seinem eindrucksvollen Terrassengarten und dem schönen Blick auf die Stadt Blankenburg und das Harzvorland war die erste Station der fast 17 km langen Strecke. Von dort ging es mit vielen An- und Abstiegen auf unwegsamen, teils schmalen Wegen unterhalb der Blankenburger Teufelsmauer vorbei an den Felsformationen „Großmutter- und Großvaterfelsen“ und dem „Hamburger Wappen“ weiter. Hin und wieder wurde ein leises „Aua“ vernommen, hin und wieder musste man sich überlegen: „Wie komme ich hier weiter?“ und meistens war man froh über jede noch so kleine Trinkpause und Sitzgelegenheit.
Die Strecke führte durch die Ortschaften Timmenrode und Benneckenrode bevor gegen Spätnachmittag Thale erreicht wurde. Wer von der doch anstrengenden Wanderung nicht schon genug Körner gelassen hatte, dem hat der etwa zwei Kilometer lange, schier nicht endende Weg durch Thale bis zum Hotel die letzte Energie genommen.
Zunächst entlang der Bode führte am dritten Tag die knapp 14 km lange Etappe von Thale nach Gernrode als sich nach einigen Kilometern den Teilnehmenden der Blick auf die beeindruckende Wedderslebener Teufelsmauer öffnete und diese nach einem kleinen Anstieg auf dem Kammweg passiert wurde. Die Ortschaften Neinstedt, Stecklenberg und Bad Suderode lagen auf dem Weg nach Gernrode, von wo aus mit dem örtlichen Bus am Nachmittag schließlich Quedlinburg angefahren wurde. Einige Unentwegte ließen es sich nach dem Abendessen nicht nehmen, 107 Stufen auf den Münzenberg hinaufzusteigen, um den abendlichen Blick auf Quedlinburg zu genießen.
Hier endete die Reise am nächsten Tag mit einer humoristische Stadtführung durch König Heinrich dem Ersten, seines Zeichens sächsischer Stammesfürst, erster deutscher König und de facto Stadtgründer von Quedlinburg.

