Glashütte Gernheim – Ein Einblick in das Glasmacherleben vor 200 Jahren

Die „Kunst des Glasmachens“ stand am 24. September 2026 im Fokus eines informativen und unterhaltsamen Rundgangs auf dem Gelände und in den Gebäuden der ehemaligen Glashütte Gernheim. Gebilde aus Feuer und Sand – so lässt sich die Arbeit der Glasmacher eindrücklich beschreiben. Nicht nur Hohlglas wie Flaschen und Gläser, sondern auch Flachglas wie Fensterscheiben wurden dort seit Anfang des 19. Jahrhunderts produziert und weltweit vermarktet. Während die Feuer in den meisten Fabriken längst erloschen sind, wurde die Produktion in Gernheim für Besucher an einem Originalschauplatz wieder aufgenommen. Im Gernheimer Glasturm von 1826, einem der letzten beiden erhaltenen dieser Art in Deutschland, erlebte die Gruppe vom Kneipp-Verein Obernkirchen e. V., wie Glasmacher mit Pfeife, Holzform und Schere aus der glühenden Glasmasse Gefäße herstellen.

Neben dem Glasturm gab es einen Einblick in die Gläserschleiferei und in die alte Korbflechterei, die ein neben der Glasproduktion ein dort angesiedeltes Gewerbe war. Schließlich mussten die Glaswaren bruchsicher verpackt werden und dazu eigneten sich nun mal am besten Körbe.

Auf dem Gelände einer der zeitweilig bedeutendsten Glasfabriken Norddeutschlands wurden den Besuchern weiterhin Historie und Technik der Glasherstellung näher gebracht. Auch das wirtschaftliche und gesellige Umfeld der Glashütte im 19. Jahrhundert wurde veranschaulicht:

Neben dem Glasturm sind auch die ältesten Arbeiterhäuser Westfalens und das Wohnhaus des ehemaligen Glashüttenbesitzers erhalten geblieben. Rund 2.000 Ausstellungsstücke konnten die Besucher bestaunen, darunter nicht nur Flaschen und Einmachgläser, sondern auch hochwertige, dekorative Glaskunst.

Der Nachmittag klang im Café Anna in Petershagen bei Kaffee, Torte und Waffeln aus.